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12Jul

Von Kindergärten und Parkhäusern

Wir freuen uns seit jeher, wenn wir darauf gestoßen werden, dass wir einen Antrag oder eine Anfrage machen könnten zu einem Thema, das wir noch nicht ins Auge gefaßt hatten. Wir freuen uns auch über Kritik und wir haben uns auch schon sehr oft sagen lassen müssen, was wir anders oder besser hätten machen können.

Die Übernahme der städtischen Kindergärten durch das DRK, die von der CDU und uns gemeinsam mit dem Bürgermeister gegen alle anderen Parteien durchgesetzt wurde, schlug hohe Wellen. Selbst grüne Ortsverbände und die Grüne Jugend des Kreises griffen uns an: Wie könnt ihr nur eine Entscheidung “gegen die Kinder” treffen. Wir sind im Ortsverband nach reiflicher Überlegung und mit sehr großer Mehrzeit zu dieser Entscheidung gekommen. Und jetzt nach etwa zwei Jahren kann man feststellen, dass es den ehemals städtischen Kindergärten unter der Leitung des DRK besser geht als vorher. Im Gegenseatz zur Stadt betreibt das DRK im ganzen Land sehr viele Kindergärten und hat entsprechend eine hohe Kompetenz und kann den Erzieherinnen und den Eltern viele interessante Angebote machen. Außerdem ist das DRK im Gegensatz zur Stadt nicht notorisch pleite und in der Gefahr, unter die Hoheit eines Sparkommisars gestellt zu werden. Die Entscheidung war, trotz der massiven Kritik bis ins grüne Lager, absolut richtig!

Jetzt steht die Entscheidung bezüglich des Parkhauses ‘Große Bleiche’ an. Wieder werden wir beschimpft. Man droht, uns beim Landesverband anzuschwärzen. Als Grüne dürften wir doch nicht gegen die Kinder entscheiden, heißt es. Wir hatten zunächst einen Elternvorschlag aufgegriffen, den Kindergarten ins Grüne zu verlegen und dadurch die mögliche Parkfläche zu vergrößern sowie die Situation des Kindergartens zu entspannen. Das ist aus haushaltsrechtlichen Gründen bisher nicht möglich. Daher haben wir einer möglichst verträglichen Planung mit Abstand, Schall- und Emmissionsschutzwand, Niedrigbauweise entlang des Kindergartens und An- und Abfahrt entfernt vom Kindergarten zugestimmt. Nicht weil wir die Situation des Kindergartens neben einem Parkhaus für glücklich halten. Das ist es allerdings nie auch jetzt nicht, da Lärm und Abgase vom Parkplatz ungehindert den Kindergarten bedrängen.

In der Politik gibt es allerdings leider fast nie Lösungen, die alle Beteiligten jetzt und in der Zukunft glücklich machen. Und da ist der springende Punkt: Die Zukunft.

Wenn wir durch eine falsche Entscheidung jetzt das geplante und bereits im Bau befindliche ‘fashion center’ in Gefahr bringen, tun wir uns und unseren Kindern keinen Gefallen. Eine blühende, wirtschaftlich gesunde Stadt ist auch für die Zukunft unserer Kinder wichtig. Wenn aber die Investoren sich zurückziehen oder auch nur vom Bau der Parkhäuser zurückziehen, stehen wir vor einem Scherbenhaufen, nachdem die Hoffnung gerade aufblüht. In Metzingen, wo es ein ähnliches, wenn auch wesentlich schlechter integriertes, Outlet-Center seit vielen Jahren gibt, hatte man damals eröffnet, ohne vorher Parkhäuser gebaut zu haben. Das Resultat war ein furchtbares Verkehrs- und Parkchaos. Das wollen wir vermeiden! Selber können wir aber als Stadt keine Parkhäuser bauen. Dazu felht uns das Geld. Also sind wir auf die Investoren angewiesen, und die Investoren kommen uns so weit entgegen, dass man sagen kann: Für den Kindergarten gibt es größtmöglichen Schutz. Emmissionsschutz und die Situation beim Bringen und Abholen der Kinder verbessert sich sogar gegenüber der bisherigen Situation.

Da können wir, um der Zukunft Willen, nicht nein sagen.

Verfasst am 12.07.2012 um 16:10 Uhr von .
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